Ecology of Care Workshop Resume
Workshop and discussion about the renewed necessity of an ecology of care
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On 13th December we hold an interesting workshop at NEUE AUFTRAGGEBER Berlin, featuring inputs by Sonja Leboš and Hannah Mevis, starting an inspiring exchange between artists, researchers, cultural workers and activists.
Ecology of Care is rooted in queer-feminist activism and grass-root movement, which focussed on community-care. The term and general practice could also include art-based initiatives supporting disabled and people with access needs. As a philosophical background we could take Felix Guattari and his concept of “ecosophy”, in which environment, social relations and human subjectivity form an inseparable unit. According to Guattari care is not just an interpersonal concept, but rather a comprehensive, ecological model for social and institutional design. As mediators for Neue Auftraggeber, we somehow practice a new form of curating, which is also a form of caretaking. The overarching goal of an ecology of care is to create alternative structures and spaces for people and communities who are excluded from discourse and excluded from the opportunity to shape society. And this aim is at the core of the model of citizen-commissioned art we practice at Neue Auftraggeber.
In her input on Place Care from a Feminist Perspective Sonja Leboš talked about the theories and practices that advocate gender equality, intersectionality, participation, and conceptions of place as open and hybrid, contested and provisional. She linked the concept of ecology to the question of who has power over public space. She gave an impressive account of how right-wing conservative religious movements, which want to deny women any access to decision-making power, are currently occupying public space in Croatia unhindered by kneeling and worshipping the Virgin Mary. Structures that intimidate women and other non-binary people to deny them access to this men-o-sphere are returning. To join forces against this Europe-wide return to traditional patterns, she called for a pan-European network.
In her talk on „Tethys, today I washed my eyes in the riverbed!“ Hannah Mevis shared insights into her experience of working alongside women of Asturias/Spain and addressed the role of water as a fluid partner when it comes to understanding shared knowledge and community. Hannah Mevis reported on her exploration of the role of Spanish wash houses (lavaderos), working closely with the women who used them. Wash houses played a central role in village communities. They were places where important community issues were discussed, and a safe space for women and sisterhood. At the same time, these wash houses were also places of social control. Caught between these two forces, they were nevertheless public places where women had a say. Finally, the artist presented her video project, in which the stories of the “washerwomen” were accompanied by the multifaceted sound of water.
This workshop is part of Art Living Lab to Repair the Land, a European project that rethinks how communities respond to damaged territories across Spain, Germany, and Croatia.
Ecology of Care
Interessante Diskussion zu unserem Workshop „Ecology of Care” am 13. Dezember in Berlin!
Am 13. Dezember 2025 haben wir bei NEUE AUFTRAGGEBER Berlin einen interessanten Workshop mit Beiträgen von Sonja Leboš und Hannah Mevis und mit einer inspirierenden Diskussion unter den Teilnehmer*innen aus der Kunst, der Wissenschaft, der kulturellen Arbeit und dem Aktivismus durchgeführt.
„Ecology of Care” hat seine Wurzeln im queer-feministischen Aktivismus und Grass-Roots-Bewegungen, deren Schwerpunkt auf der Fürsorge für Gemeinschaften lag. Der Begriff und die allgemeine Praxis können auch kunstbasierte Initiativen umfassen, die Menschen mit Behinderungen und besonderen Bedürfnissen unterstützen. Als philosophischen Hintergrund können wir Felix Guattari und sein Konzept der „Ökosphäre” heranziehen, in der Umwelt, soziale Beziehungen und menschliche Subjektivität eine untrennbare Einheit bilden. Laut Guattari ist Fürsorge nicht nur ein zwischenmenschliches Konzept, sondern vielmehr ein umfassendes ökologisches Modell für soziale und institutionelle Gestaltung. Als Mediator*innen für Neue Auftraggeber praktizieren wir eine neue Form des Kuratierens, die auch eine Form der Fürsorge ist. Das übergeordnete Ziel einer Ökologie der Fürsorge ist es, alternative Strukturen und Räume für Menschen und Gemeinschaften zu schaffen, die vom Diskurs und von der Möglichkeit, die Gesellschaft mitzugestalten, ausgeschlossen sind. Und dieses Ziel steht im Mittelpunkt des Modells der bürgerlich beauftragten Kunst das wir bei Neue Auftraggeber praktizieren.
In ihrem Beitrag zu „Place Care from a Feminist Perspective” sprach Sonja Leboš über Theorien und Praktiken, die sich für Geschlechtergleichheit, Intersektionalität, Partizipation und Vorstellungen von Orten als offen und hybrid, umstritten und provisorisch einsetzen. Sie verband das Konzept der Ökologie mit der Frage, wer Macht über den öffentlichen Raum hat. Sie berichtete eindrucksvoll davon, wie rechtskonservative religiöse Bewegungen, die Frauen jeglichen Zugang zu Entscheidungsgewalt verweigern wollen, derzeit den öffentlichen Raum in Kroatien ungehindert besetzen, indem sie niederknien und die Jungfrau Maria verehren. Strukturen, die Frauen und andere nicht-binäre Menschen einschüchtern, um ihnen den Zugang zu dieser Männerdomäne zu verweigern, kehren zurück. Um sich gegen diese europaweite Rückkehr zu traditionellen Mustern zu verbünden, forderte sie ein paneuropäisches Netzwerk.
In ihrem Vortrag „Tethys, today I washed my eyse in the riverbed!“ gab Hannah Mevis Einblicke in ihre Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit Frauen aus Asturien/Spanien und sprach über die Rolle von Wasser als fluider Partner, wenn es darum geht, gemeinsames Wissen und Gemeinschaft zu verstehen. Hannah Mevis berichtete über ihre Erforschung der Rolle spanischer Waschhäuser (lavaderos) in enger Zusammenarbeit mit den Frauen, die diese nutzten. Waschhäuser spielten eine zentrale Rolle in Dorfgemeinschaften. Sie waren Orte, an denen wichtige Gemeinschaftsangelegenheiten besprochen wurden, und ein sicherer Raum für Frauen und Schwesternschaft. Gleichzeitig waren diese Waschhäuser auch Orte der sozialen Kontrolle. Gefangen zwischen diesen beiden Kräften waren sie dennoch öffentliche Orte, an denen Frauen das Sagen hatten. Abschließend präsentierte die Künstlerin ihr Videoprojekt, in dem die Geschichten der „Waschfrauen“ von den vielgestaltigen Klängen des Wassers begleitet wurden.
Der Workshop fand im Rahmen von Art Living Lab to Repair the Land statt, einem Europäischen Projekt das sich damit auseinandersetzt, wie Gemeinschaften in Spanien, Deutschland und Kroatien auf undustrielle Schäden ihrer REgionen reagieren können.



